26.10.2016

Clowns raus!

Ich glaube nicht, dass ich mich hier jetzt als Fünfmillionster im Netz über diese unsägliche Unart der Horrorclowns auslassen muss und ebenso wenig werde ich mich dazu äußern müssen, dass es je nach Art des "Spaßes", den so ein eher unkomischer Clown sich so leistet, aus Notwehr gerechtfertigt sein kann, selbigem auf die lustig hupende Nase zu hauen.

Unsere Freunde in den bunten Klamotten, der merkwürdigen Maske und dem schrägen Humor sollten sich aber besser mal vor Augen halten, dass sich so eine Art nächtlichen "Spaßes" ausgesprochen negativ auf den Bestand des eigenen Arbeitsverhältnisses auswirken kann. Nämlich immer dann, wenn sich eine Verbindung zwischen dem unwitzigen Spaßvogel und seinem Arbeitgeber herstellen lässt.

Auch in der Freizeit unterliegt der Arbeitnehmer einer Loyalitätspflicht gegenüber dem Arbeitgeber. Deswegen muss man auch in der Freizeit alles unterlassen, was den Arbeitgeber herabwürdigen oder sonstwie in ein schlechtes Licht rücken oder gar schädigend wirken kann. Die Fälle, in denen die Leute bei Facebook öffentlich über ihren Arbeitgeber herziehen und dabei nicht bedenken, dass sie in ihrem Profil eben diesen Arbeitgeber angegeben haben, häufen sich und führen nicht selten zur fristlosen Kündigung. Gleiches galt schon immer, wenn man die Meinung entwickelt hat, Freitags abends an der Theke nach 10 Kölsch mal loszulegen. Sicherlich wird man im Einzelfall auch noch eine Abwägung machen müssen zwischen der schwere der Beeinträchtigung für den Arbeitgeber und der sozialen Schutzwürdigkeit des Arbeitnehmers aber es gibt eben auch Sachen, bei denen das dann ganz schnell zu Ungunsten des Arbeitnehmers ausgeht. Wiederum bei anderen Sachen geht es dann etwas glimpflicher aus und es braucht zunächst eine Abmahnung als milderes Mittel.

Bei den Clowngeschichten allerdings ist wohl eher anzunehmen, dass die Waage bei der Interessenabwägung sich ganz schnell auf der Arbeitgeberseite nach unten bewegt, wenn sich eine Beziehung des Clowns zum Arbeitgeber herleiten lässt. Um hier zu einem anderen Ergebnis zu kommen, dürfte derzeit zu viel negatives mit dem Horrorclown-Hype verbinden.

Gestern habe ich übrigens einen Beitrag auf "Galileo" gesehen, bei dem sich jemand sogar damit brüstete, mit seinen Horrorclownvideos auf YouTube viel Geld zu verdienen und sehr gut davon leben zu können. Das Problem mit dem Arbeitgeber hat der dann natürlich nicht mehr. Aber krank ist es irgendwie trotzdem.

Kommentare:

  1. Guten Tag,

    ich lese seit einiger Zeit sehr interessiert diesen Blog von Ihnen mit. Doch ich Frage mich, ob hier nicht der Einstellers des Videos zur Verantwortung gezogen werde könnte. Zumal diese Videos ja Gewalt verherrlichen und können andere zu solchen Taten animieren.

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    1. Hallo Mario,

      zunächst einmal schönen Dank für das Interesse an meinem Blog :-) Wenn Sie Lust haben, suchen Sie mich doch auch einmal bei YouTube - dort habe ich auch noch einen Videokanal.

      Ob das hier ein Aufruf zur Gewalt im juristischen Sinne ist, wage ich mit meinen marginalen strafrechtlichen Kenntnisses eher zu bezweifeln. Wahrscheinlich schon wegen eines nicht vorhandenen Vorsatzes in die Richtung. Jedenfalls dürfte ein solcher nur sehr schwer nachzuweisen sein.

      Moralisch verwerflich ist es aber aus meiner Sicht allemal.


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